Libidöse (Unter)versorung gepaart mit Lebens- und Liebesentwürfen alias Tinder

Nachdem ich vor etwa eineinhalb Monaten ganz eifrig diesen Blog gestartet hatte, kam dann doch das echte Leben dazwischen. Viel Arbeit, Studium, einige Probespiele, Sorgen und Männer. Na und ein bisschen Faulheit natürlich auch. Dafür ist mein Bogen nun stramm gespannt, die Pfeile warten nur darauf, ins Schwarze zu treffen. Jetzt hänge ich für ein paar Tage in meiner geliebten Ex-Heimat Rostock ab, genieße die Zeit mit meinen geliebten immernoch Freunden und kann einfach nicht aufhören, mich über diese extremen Temperaturunterschiede zwischen Mannheim und Rostock zu wundern. Das aber nur am Rande.

Nun auf zum Grundthema dieses Blogs. Männer. Wie jede Frau muss auch ich meinen durchaus reichen Erfahrungsschatz in Sachen „Männerkenntnis“ teilen. Weswegen ich vorhin auf Rostock verwiesen habe: vorgestern abend saß ich, nachdem ich mal wieder von meinem spanischen Rostock – Loverboy versetzt, bzw. auf später vertröstet wurde, in der Küche meiner damaligen Mitbewohnerin. Das Tolle daran ist ja: Dass Loverboy und ich uns ständig versetzen ist schon so normal, dass man eine Verabredung absolut nicht mehr ernst nehmen kann und mir jede Absage (oder einfach keine Antwort weil Handy kaputt, Stress, „etwas zu tun“ usw.) seinerseits nur noch Tränen der Belustigung in die Augen treibt. Also sitzen wir in der Küche und sinnieren vor uns hin, bis meine fabelhafte Freundin meint: „Anna, also über deine Männergeschichten könnte man ein ganzes Buch schreiben, oder besser noch: eine Sitcom. Witzigen Stoff gibts mehr als genug.“ Ich denk mir, hahahaha, blablatè… aber sie hat Recht! Fürs Fernsehen bin ich leider nicht hübsch genug, ABER ich habe doch einen Blog!

Zunächst einmal für die, die mich nicht kennen. Ich bin ein Hardcore-Dauersingle. Nicht unbedingt weil ich keine Beziehung möchte, aber auch nicht unbedingt weil die Männer keine Beziehung mit mir wollen. Wenn ich will, will er nicht, wenn er will, will ich nicht. In ersterem Fall suche ich mir auch immer die aus, bei denen von vornherein klar ist, dass das nichts wird. In zweiterem Fall ist ebenfalls von vornherein klar, dass das nichts wird, aber ich gehe trotzdem manchmal mit ihnen aus, weil A: „Mensch Anna, der ist doch total nett und lieb und trägt dich auf Händen, versuch das mal, das will man doch als Frau!“ oder B: ich bin schlicht und ergreifend zu nett um „Nein“ zu sagen und habe die Hoffnung (da muss ich selber lachen) dass er einfach nur Freundschaft will. Nicht, dass ich ein Verfechter der „Männer-und-Frauen-können-keine-Freunde-sein-Theorie“ wäre, ganz im Gegenteil. Ich habe gerne Männer um mich, meine Kneipen-Homies, Feier-Buddies und aufdrängliche-Kerle-Abhalter, die wie meine Monde um mich kreisen. Dennoch ist B bis jetzt dann doch immer keine weitreichende Option gewesen. Ich möchte die Schuld an meiner durchaus durchwachsenen Liebessituation nicht primär den Männern geben. Dass ich (trotz eines absolut unkomplizierten, liebenswerten Charakters) nicht unbedingt eine leicht zu handhabende Frau bin, ist mir durchaus bewusst. Manch einer würde mich als Schlampe bezeichnen, manch einer als asexuell und wiederum andere einfach nur als…verrückt…oder komisch. Aber eigentlich bin auch ich letztendlich nur auf Suche nach der wahren Liebe. Ich sitze halt nunmal in einem Bummelzug. Mit einem Quer-Durchs-Land-Ticket. Viele Umstiege, Verspätungen noch und nöcher, dafür sieht man vieles von der Landschaft und viele Mitreisende. Über lange oder kurze Zeiträume. Langweilige, nervige, tolle, interessante, umhauende, spezielle und einfach nur fantastische Leute trifft man da. Aber auch ich komme an mein Ziel. Irgendwann. Zurück zu den jünst vorgefallenen Ereignissen (mein spanischer Rostock-Loverboy bleibt jetzt mal aussen vor, ihm, wie auch einigen anderen meiner Bekannten und Verflossenen widme ich einen eigenen Eintrag). Jüngst vorgefallen, da sage ich nur Tinder! So ziemlich jeder männliche Freund, dem ich erzählt habe, dass ich mich bei Tinder angemeldet habe, hat mir entweder den Vogel gezeigt, ein „Anna, machst du diesen Mist jetzt auch mit“ an den Kopf geknallt oder ein bemitleidenswertes „Sowas hast du doch gar nicht nötig“ um die Ohren gehauen. Aber. Wieso nicht. So leicht war Männer kennen lernen noch nie. Und Abfuhren erteilen auch nicht. Ein Wisch und er ist weg. Seit 2 Monaten bin ich angemeldet, mit 3 Kerlen von dort habe ich mich getroffen, mit 2en geschlafen. Ein Deutscher Typ (jaaa..die Nationalität macht leider einen Unterschied!).. Mittlerweile versuche ich wirklich auf deutsche Männer zu verzichten…es gibt kein so uncharmantes, unhöfliches, unaufmerksames und unsensibles Völkchen wie die deutschen Männer. Ein Spanier (One-Afternoon-Stand) und ein Inder (das ging sogar fast einen Monat :P) Wie gesagt, der Deutsche. Mit dem hab ich es nicht mal ne halbe Stunde ausgehalten. Ein langweiliger, von sich selbst und seinen Ansprüchen überzeugter, quasi im Himmel schwebender Informatik- (oder-sowas-) Heini, der wohl nur durch seinen von der Schwerkraft angezogenen furchtbaren Rucksack am Boden gehalten wurde. Nach einem mehr oder weniger langwierig und -weiligen Gespräch lasse ich durchblitzen, dass ich in nächster Zeit aaaaaabsolut beschäftigt bin und keine Zeit für ein weiteres Treffen habe. OK. Nicht deutlich genug. Desweiteren gehe ich soweit, dass ich sage, dass da von meiner Seite aus sicher nichts laufen wird und nehme an, dass ein zusätzliches „Jaaa du bist ja nett, aber das passt einfach nicht“ zum Abschluss meiner Rumdruckserei deutlich genug sein sollte. Tja denkste….Ich kriege ein „Gehen wir jetzt noch zu dir?“ als Antwort. Als mir darauf nur die Kinnlade runterfällt und ich ein schockiertes „Nein“ hervorwürge, kriege ich als Gegenfrage zu hören „Wieso, hast du etwa Angst?!“ Liebe Frauen und auch Männer dieser Welt. WAS soll man darauf nur antworten… Wieso…WEIL DU EIN TROTTEL BIST? In diesem Sinne. Schönes Tindern.

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3 Gedanken zu „Libidöse (Unter)versorung gepaart mit Lebens- und Liebesentwürfen alias Tinder

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